Früher waren wir mal reich. Zumindest fühlten wir uns so. Haben gut verdient mit dem, was wir am besten konnten und am liebsten taten, hatten eine gut gehende Firma mit 22 Angestellten, ein Haus, ein tolles Auto, tolle Urlaube, gutes Essen und guten Wein, viele Freunde.

Das war vor der Wirtschaftskrise.

Dann hat unser größter Kunde eine Vollbremsung gemacht und unsere Firma ist unangeschnallt durch die Scheibe geflogen. Wir haben noch zwei Jahre durchgehalten, wollten niemanden feuern. Das würde schon wieder werden. Dachten wir.

Und dann war doch alles weg. Firma, Haus, Auto, „Freunde“.

Nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit, haben wir gemerkt, dass wir Vieles auch gar nicht mehr brauchen. Oder wollen. 

Reich gefühlt haben wir uns letztlich immer noch. Reich an Erfahrung, an Zusammenhalt, an Liebe, an Ideen. Vermögen ist ja nicht nur Geld auf dem Konto, sondern auch das, was man vermag.

Ein schmerzlicher Verlust, der mit der Wirtschaftskrise einherging, war der unseres Zuhauses. 

Nicht, weil es schick war, und gut eingerichtet, und in einer tollen Gegend. Sondern weil es UNSER Zuhause war, das wir ZUSAMMEN geschaffen hatten. Ein sicherer Hafen. Der auf einmal keiner mehr war.

Daraus entstand über die Jahre erst der Wunsch, dann das Projekt, ein Zuhause zu schaffen, dass man nicht mehr so leicht verlieren kann. 

Das man mitnehmen kann. 

Das nicht viel kostet und nicht viel Platz braucht. 

Das trotzdem stilvoll ist, und gemütlich, in dem man ruhig schläft, feines Essen kocht, zufrieden durchs Fenster nach draußen schaut, eine heiße Dusche genießt und wertvolle Zeit zu zweit oder mit Freuden verbringt. 

So ist momo entstanden. Schon eine ganze Weile vor der japanischen Aufräumkultur und dem Trend zum Minimalismus.

Für uns ist momo mehr vom Wesentlichen.

Weniger Sorgen.

Weniger Aufräumen.

Weniger Putzen!

Mehr Platz im Leben! Und im Kopf.